SCHACHundBUCH

Dies ist eine Webseite, die sich mit Schach beschäftigt.
Spezielle Themen sind das Open der Olympiade 2008 in Dresden und die Eröffnungen
Französisch, Holländisch und Bird/Holländisch im Anzug
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Auf dieser Seite werden verschiedenen Spielpläne aus der Sicht von Schwarz und Weiß
diskutiert. Die häufigsten Erwiderungen auf 3. Sd2 sind 3... Sf6 und 3... c5. Daneben
kommt als nicht verpflichtende Antwort in letzter Zeit noch 3... Le7 in Frage.
Auf 3. Sc3 sind 3... Lb4 oder 3. Sf6 üblich.
Alle Abspiele werden in aktuellen Musterpartien beleuchtet.

Aktuelle Partien aus dem GM-Turnier in Berlin!

Französisch 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Lb4



GM Rabiega, Robert (2551) - IM Kurman, Oliver (2420)


1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Lb4 5. e5 h6 6. Ld2 Lxc3 7. bxc3 Se4 8. Dg4 g6
An dieser Stelle ist 8... Kf8 die meistgespielte Alternative. Unter anderen ist Viktor Korchnoi
der größte Verfechter dieser Spielweise. Er findet 8... g6 schwächt das Feld f6 zu sehr und
vertraut lieber auf die "unangreifbare" Bauernstruktur.

9. Df4
Dieser Zug legt sofort den Finger in die Wunde f6. Weitaus häufiger wird hingegen 9. Ld3 mit
natürlicher Entwicklung der Figuren gespielt.

9... c5 10. Ld3 Ld7
Ein interessanter Zug, der sich um den mögliche Bauernverlust auf e4 nicht kümmert. Natürlich
erscheint 10... Sxd2 im Sinne des Ausgleichs einfacher.

11. Sf3(10. Lxe4 dxe4 11. Se2 [11. Dxe4 Lc6! -+] Lc6 12. 0-0 g5 13. De3 Dd5 14. Sg3 +=)
11... Lc6 12. dxc5




Eine sehr prinzipielle Entscheidung, wollte Weiß c4 verhindern? 12. De3 oder 12. 0-0 war Weiß wohl zu passiv.
12... Sd7 13. Lxe4 dxe4 14. Sd4 Dc7 15. Sxc6 Dxc6
Wer solche Positionen nicht mag, sollte besser nicht McCutcheon spielen. Schwarz kann
wunderschön gegen die weißen Bauern spielen, aber der König findet erstmal kein sicheres
Plätzchen. Der Bauer f7 wirkt verwundbar und bei einer kurzen schwarzen Rochade fällt sofort h6.

16. O-O (16. Le3!?) g5! 17. Dg3 Dxc5 18. Tae1 Dxe5 19. f4!?
Rabiega riskiert viel, aber der Zug lag nahe. Gut nehmen kann Schwarz nicht, und so hoffte er wohl
auf die Schwäche des Bauern auf g5. Alternativ konnte er auch auf e5 nehmen und auf Ausgleich hoffen.

19... Dd5 20. Le3 Tg8(!) 21. Td1 Dc6 22. fxg5 hxg5 23. Td6 Db5
Auf 23... Dxc3 kommt 24. Txf7!
24. Df2 O-O-O 25. Lxa7 Se5 26. Txd8+ Txd8 27. Ld4 f5 28. a4 Dd5 29. Tb1



Der Angriff von Weiß ist schnell verpufft und Schwarz verfügt über ein mächtiges Zentrum.
Die Idee Tb5 hinter dem letzten Zug von Weiß ist zu durchsichtig. Schwarz kann die Schwerfiguren
einfach abtauschen und landet in einem vorteilhaften Endspiel.

29... Sc6 30. Lf6 Dd1+ 31. Df1 Dxf1+ 32. Txf1 Tg8 33. Td1 Tg6 34. Ld4 Kc7 35. Tb1 e5 36. Lb6+ Kd6 37. Td1+ Ke6 38. Lc5 f4 39. Kf2 Tg7 40. Td6+ Kf5 41. h3 g4 42. hxg4+ Kxg4 43. Lb6 e3+ 44. Kf1



Jetzt bringt ein sehr schönes Springermanöver den Sieg.
44... Se7 45. Te6 Sf5 46. Txe5 Sg3+ 47. Ke1 Th7 48. Lxe3 fxe3 0-1

Eine ausgezeichnete Leistung Kurmans, die er danach leider nicht mehr bestätigen konnte


Französisch 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 a6



GM Yemelin, Wassily (2588) - GM Erdos, Viktor (2565)

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 a6
Dieser Zug ist für Yemelin sicher eine Überraschung. Zwar gehört die französische
Verteidigung zum Standardreportoire von Erdös, aber 3... a6 hat er noch nicht gespielt.
In letzter Zeit spielte er häufiger 3... Le7. Yemelin überlegte nun lange an der Fortsetzung.

4. Sgf3 c5 5. exd5 exd5 6. dxc5 Lxc5 7. Sb3 Lb6 8. De2+ Se7 9. Le3 Sbc6 10. Dd2?!
Irgendwie ein seltsamer Zug. Logisch wirken 0-0-0 oder Lxb6
10... 0-0 11. Le2 Te8 12. 0-0 Lxe3 13. Dxe3 Sg6 14. Dd2 Df6 15. c3 Sf4 16. Te1 Lg4



Die schwarze Stellung sieht aktiver aus, aber Schwarz kann trotz mehrerer passiver
Züge von Weiß noch keinen großen Vorteil für sich beanspruchen. Schwarz verbraucht viel Zeit,
aber die nachfolgende Abwicklung bringt eher Weiß in Vorteil.

17. Sfd4 Sxd4 18. Lxg4 Dg5 19. cxd4 Dxg4 20. f3 Df5 21. Sc5!



Mit diesem Springerzug kann Weiß aus heiterem Himmel einen Bauern gewinnen.
21... b6 22. Sxa6 h5
denn Txa6 scheitert an 23. Te8 matt!
23... Tac8?! Das gibt Weiß zu wenig zu denken. Die Alternative ist 23... h4
24. a3 h4 25. Df2 Weiß spielt auf die Zeitnot seines Gegners und belässt die Figuren
auf dem Brett

25... h3 26. g3 Sg2!? Sd3!?27. Te2 Kf8 28. Td1 g6
29. Sd3 Txe2 30. Dxe2 Te8 31. Df2 Kg7 32. g4 Dg5 33. Dd2 Te3! 34. Tf1 De7?!
Wieder spielt die Zeitnot mit. Weiß ist zwar materiell im Vorteil, aber Schwarz hat die
Initiative. 34... Df6 war eine gute Möglichkeit auf den schwachen Bauern f3 (und d4)zu spielen.

35. Kf2 Df6 36. Se1??



Der anhaltende Druck auf die weiße Stellung fordert ihr Opfer. Hier konnte Weiß nur noch
die Dame opfern. Nach 36. Dxe3 Sxe3 37. Kxe3 muss sich Schwarz erst mal strecken um
das zu gewinnen.

36... Dh4+! 37. Kg1 Txe1 0:1
Das war sicherlich noch keine überzeugende Partie für die schwarze Partieanlage, denn
Weiß versäumte um den 24. Zug die Türme zu tauschen um die schwarzen Angriffsmöglichkeiten
einzudämmen. Trotzdem gut von Erdos gespielt!


1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 Sf6




1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 c5




1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 Le7





Die Diagramme auf dieser Seite wurden mit Chessbase 10 erzeugt www.chessbase.de
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GM-Turnier Berlin

Partie: Yemelin-Erdös




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