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Holländisch 1. d4 f5
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Die holländische Verteidigung legt nahezu mit dem ersten Zug
die schwarzen Absichten offen. Der Schwarze gibt zu erkennen,
dass er den vorgerückten f-Bauern nützen will um möglichst schnell
zum Angriff zu kommen. Er "verschwendet" nicht die Tempi die z.B.
die königsindische Verteidigung benötigt um mittels Springerrückzug
erst den f-Bauern frei zu machen und dann erst f5 ziehen zu können.
Der Nachteil dieser Strategie ist, dass Weiß sehr schnell auf diese
Absicht reagieren kann und entweder ebenso aggressiv (2.e4) oder
streng positionell mit 2.g3 gegenhalten kann. Die häufigste Spielweise
von Weiß besteht aus der Fianchettierung des weißen Läufers und
"normaler" Entwicklung mit c4/Sc3/Sf3/g3/Lg2/0-0. Weiß erhält eine
postionell gesunde Stellung die ihm ein Übergewicht im Zentrum und
- bei entsprechender Ausrichtung - am Damenflügel beschert.
Überhastete schwarze Angriffe können zumeist gut gekontert werden.
Auf dieser Seite werden verschiedenen Spielpläne aus der Sicht
von Schwarz und Weiß diskutiert. Mit Weiß wird zu allermeist die
Fianchettierung des weißen Läufers nach g2 angestrebt. Die
häufigsten "Aufbauten" von Schwarz sind der sogenannte Stonewall
und die Leningrader Variante.
Weiß kann aber auch sehr früh abweichen und mit 2. e4 oder sogar
2.g4 unter Bauernopfer die Initiative ergreifen.
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Staunton-Gambit
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Seit 2003 findet in einem Ort mit dem faszinierenden Namen
Simpson's-in-the-Strand in Großbritannien ein Gedenkturnier an
Howard Staunton statt. Nicht nur dass die klassischen Figurensätze
nach ihm benannt sind, die Stiftung würdigt ihn als den einzigen
englischen "Weltmeister", da er zu Lebzeiten alle starken Spieler
geschlagen hatte. Da es noch keine offiziellen Wettkämpfe gab
sei diese Behauptung erst einmal dahingestellt. In der zweiten Runde
erwiesen die beiden Spieler nachfolgender Partie dem Meister die Ehre
und spielten das nach dem Namensgeber des Turniers benannte Gambit
in der Holländischen Verteidigung.
Howard Staunton Memorial 2009
Simpson's-in-the-Strand, GB
09.08.2009
Runde 2
GM Cherniaev, A (2428) - IM Wiersma, E (2403)
1. d4 f5 2. e4 fxe4 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Sc6 5. d5 Se5 6. De2 c6 7. O-O-O Da5
8. f4 Sf7 9. Lxf6 gxf6 10. Dxe4 Lg7 11. Sge2 e6 12. f5 O-O 13. fxe6 dxe6
14. dxe6 Sg5 15. Dh4 Sxe6 16. Kb1 Td8 17. Txd8+ Dxd8 18. Sg3 Sg5
19. Lc4+ Kh8 20. Sh5 Lf5 21. Df4 Lg6 22. Sxg7 Kxg7 23. h4 b5
24. Lb3 b4 25. Dxb4 Sf7 26. h5 1-0
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Leningrader Varainte
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Das "Leningrader System" wurde in den 80er Jahren durch das geniale
Spiel von Vladimir Malaniuk populär. Er erfand die schwarze Damen-
entwicklung nach e8, die von dort aus auf beiden Flügeln unterstützend
tätig sein kann. Er spielt das sytem bis heute mit großem Erfolg und fand
viele Nachahmer. Der bekannteste deutschsprachige Spieler ist Stefan
Kindermann der zwei Bücher (deutsch und englisch) über das Leningrader
System schrieb. Leider wendet er es seit dem nicht mehr an.
Nachfolgende Partie zwischen dem mehrfachen Ex- Weltmeister und dem
amerikanischen Supergroßmeister Nakamura demonstriert wie schnell
Schwarz bei ungenauem weißem Spiel zu guten Möglichkeiten kommt:
Cap Agde 2008
Cap Agde, FRA
GM Karpov, Anatoly (2651) - GM Nakamura, Hikaru (2704)
1. d4 f5 2. Sf3 Sf6 3. g3 g6 4. Lg2 Lg7 5. O-O O-O 6. c4 d6 7. d5 Sa6
8. Sc3 De8 9. Tb1 Sc5 10. Sd4 Df7 11. b4 e5 12. dxe6 Sxe6
13. Sxe6 Lxe6 14. Lxb7 Tab8 15. Lg2 Lxc4 16. Le3 Tbe8 17. Dd2 Se4
18. Sxe4 fxe4 19. a4 a6 20. b5 axb5 21. axb5 Df5 22. b6 cxb6 23. Txb6 d5
24. Tb7 Tf7 25. Tfb1 Df6 26. Txf7 Dxf7 27. Lf1 Df6 28. Lg5 Df5 29. Tb7 Ta8
30. h4 Le5 31. Te7 Tf8 32. Lf4 Lxf4 33. gxf4 Dg4+ 34. Lg2 Dxh4 35. Tc7 Dxf4
36. Dxf4 Txf4 37. e3 Tf7 38. Tc8+ Kg7 39. Tc5 Te7 40. Tc6 Le2 41. Lh3 Ta7
42. Td6 Lc4 43. Kg2 h5 44. Kg3 Ta1 45. Kf4 Th1 46. Le6 Tf1 47. Kg5 Tg1+
48. Kf4 Tg2 49. Lxd5 Txf2+ 50. Kxe4 Lxd5+ 51. Txd5 h4 52. Td7+ Tf7
53. Kd4 0-1
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Stonewall
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Die Diagramme auf dieser Seite wurden mit Chessbase 10 erzeugt www.chessbase.de
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Neu:
Staunton
Leningrader System
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